Seit 1990 hat Rob List minimalistische Bewegungssolos entwickelt, die er in Theatern und Galerien in Europa und den USA gezeigt hat. Im Allgemeinen werden diese aufgeführt vor kleinen Zuschauergruppen in einer intimen Atmosphäre. Seine Soloarbeiten umfassen sowohl Stücke aus eigenem Repertoire als auch gelegentlich Auftragsarbeiten. Während der letzten Jahre hat er primär im Ensemble gearbeitet; jedoch im September 2006 entwickelte er ‚Milk of Human Kindness’ – eine Soloperformance für Accuse de Reception in Paris. Im Dezember 2006 ging seine neue Soloperformance mit dem Titel ‚Engrave’ in Amsterdam in Première. Im September 2007 wird er eine Solovorstellung erarbeiten als Teil der Ausstellung der American Abstract Artist Association in der Sideshow Gallery in New York.

Folly [2000]

Diese Solovorstellung ist die erste in einer Reihe von “follies“. „Folly“ ist der englische Begriff für eine „törichte Handlung bzw. Unternehmung oder einen unsinnigen Glauben“. Außerdem referiert dieser an eine Form in der Landschaftsarchitektur. Follies waren Bauwerke und Gartengestaltungen, angelegt vom englischen und französischen Landadel im 18. Jahrhundert als Verschönerung und Demarkation ihrer Gärten – Türme, Obelisken, Grotten, rustikale Monumente oder andere Gebäude – die nicht nur die Ideen ihrer Erschaffer widerspiegelten sondern auch ihre Faszination für die Natur als etwas Malerisches, Furchteinflößendes oder Sublimes. Diese Bewegungsvorstellung ergründet die doppelte Bedeutung von „Folly“: ein absurder und vergeblicher Akt, so wie auch eine Struktur errichtet in einer Welt wüster Wildnis.

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Trompe L'Oeil [1999]

Diese Solovorstellung konzentriert sich auf eine Form der Stillleben, die auch als „trompe l’oeil“ bekannt ist, in der Objekte in der Malerei auf einer zweidimensionalen Oberfläche in solch einer Weise angeordnet werden, daß das Auge des Betrachters getäuscht wird. Dieses Bewegungsstück, wie auch die anderen in der Reihe, hat als Thema die Unwirklichkeit des Lebens, aber in diesem Falle auch der Unwirklichkeit der Wahrnehmung. Ist der Fruchtkorb im Gemälde oder im Raum? In dieser Vorstellung erscheint wirklich, was vielleicht nicht wirklich ist.

Ter Kloon [1999]

Dieses zweite Bewegungsstück aus der Serie über das Doppel ist Bewegungsvorstellung und -video, in denen eine Gestalt die komplexen Symmetrien des eigenen Körpers erforscht. Klonen ist das wissenschaftliche Phänomen, in dem ein vollständig genetischer Zwilling aus einer einzigen Quelle kreiert wird, mehr eine Replika als eine Schöpfung. Am Ursprung der genetischen Forschung, die möglicherweise zum Prozess des Klonens geführt hat, stand die Erkenntnis, dass Symmetrie eine schöne, wenn auch statische, Kraft ist, die äußerer Einflüsse bedarf, um wiederbelebt und in neuen Formen erzeugt zu werden.

Ninety Degrees Vanitas [1998]

Eine Bewegungsstudie, in der das Genre der Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts, genannt ‚vanitas’, benutzt wird, in der Symbole der Vergänglichkeit des Lebens beschrieben werden. Schädel und brennende Kerzen, Spiegel und umgestürzte Gläser gehören zu den Elementen, die des Lebens vergebliches Vergnügen und ihre Unwirklichkeit porträtieren. In Ninety Degree Vanitas erschafft der Darsteller ein Duett mit seinem Spiegelbild in einem großen Spiegel, ohne dessen Gegenwart einzugestehen. Allmählich wird das Spiegelbild mehr als nur eine Kopie des Originals.

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4GLM [1997]

Das erste Stück aus einer Serie über das Doppel – Schöpfungen, die einander gleichen, aber nicht wirklich Mensch sind. Der Golem ist eine mystische Figur, von der mystischen Kraft mittelalterlicher Rabbis heraufbeschworen. Gemäß dem jüdischen Religionshistoriker Gerschom Scholem war das Anrufen eines Golems ein Beschwörungsritual, dass die Wahrnehmungssinne seiner Teilnehmer öffnete. In 4GLM erscheint eine Gestalt in einer peinlichen Welt, die zu klein ist für seinen Körper, aber zu groß für ihn, um diese zu verstehen. Die Vorstellung endet mit einer Ausstellung von Schriftstücken. Premiere im Rahmen des Triangle Artists Workshop in Marseille und Amsterdam.

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Natura Morta [1996]

Diese Solovorstellung ist die erste aus einer Serie von Bewegungsstücken, in denen Subthemen des Malereigenres ‚Stilleben’ untersucht werden, in welchen Objekte wie zum Beispiel Blumen, Lebensmittel, Instrumente oder Ornamente auf einem Tisch ausgestellt werden. Diese Objekte, obwohl unbeweglich, können mit einer Vitalität, einer lebhaften Präsenz, mit einer Qualität von Immanenz, beseelt werden. Die Paradoxitäten in ‚Stilleben’ sind inhärent an ihre Begrifflichkeit, sowie auch in ihrem lateinischen Äquivalent ‚natura morte’ ausgedrückt wird. ‚Leben/ Tod, Stillstand/ Bewegung, natürlich/ unnatürlich’ sind die Themen dieser Bewegungsvorstellung – in der eine anonyme Figur hinter einem Tisch mit einer Vase voll Blumen steht und eine Reise beginnt, die alle diese paradoxalen Grenzen passiert. Aufgeführt in Amsterdam, Marseille, New York, Zürich, Tilburg und Prag. Ausgezeichnet im Jahre 1997 mit dem niederländischen VSCD-Mimenpreis.

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Figure Series [1990-4]

In der Figure Series steht eine anonyme Figur in einer Ecke, die Sicht und die Geräusche erforschend, und die Räumlichkeit des gegenwärtigen Raums ertastend. In der modernen Malerei impliziert ‚Figuration’ die Idee des erkennbaren Entstehens aus der Abstraktion heraus. Jeder der vier Teile der Figure Series, mit einer Zeitdauer von variierend 20 Minuten bis zu einer Stunde, handelt im Wesentlichen von Wahrnehmung und Affekt – wie bloße Bewegung Emotion beim Betrachter hervorrufen kann. Die Figure Series entstand ursprünglich aus der Idee von scheinbaren Bildern in der visuellen Kunst und Literatur – im Besonderen die Arbeiten von Francis Bacon und Samuel Beckett. ‚Eine Welt wird erschaffen aus reiner Präsenz mittels höchster Aufmerksamkeit für das Detail in einer Umgebung stetiger Erwartung.’ Figure 1 ging in Premiere in der UFA-Galerie in Berlin im Jahre 1990, und wurde aufgeführt in Amsterdam, New York, Marseille und Zürich. Figures 2,3 und 4 folgten im Zeitraum von 1991 bis 1994, in Zusammenarbeit mit dem holländischen Performancekünstler Fried Mertens.

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