Hoffman: 'This is no good. You must paint from nature.'
Pollock: 'I am nature.'
'To me human existence exists on a multiple level, not just having to be identified with what you do and what you say'.
Ornette Coleman
In den '50er und '60er Jahren wurden revolutionäre Veränderungen in den kompositorischen Ideen im modernen Jazz und der abstrakten Malerei vollzogen. Der Modernismus erreichte seine Apotheose in einer sinnbildlichen Befreiung von Energie. Die Gesten wurden schell begraben unter den unterkühlten Folgeerscheinungen des Postmodernismus.
ENGRAVE behandelt zwei freie Strategien des Modernismus - die unmögliche Aufgabe die Geste zu verewigen und die andere, noch unmöglichere Aufgabe der Suche nach dem Ewigen in der Geste. Die neue Form war eruptiv, vielgestaltig und kosmologisch in ihrer Erscheinungsform, aber sie war auch hoffnungslos im Angesicht der Ironie. Hier eine Elegie in Gesten für den Gestenreichtum der jüngeren Vergangenheit, in Schwarz / Weiß und Farbe.
Im ersten Solo steht eine Gestalt vor einer großen Leinwand auf dem Boden. Er versucht etwas zu erschaffen, das im Gedächtnis hängen bleibt. Nichts will entstehen. Ein abstrakter Expressionist in einer Beckett'schen Welt, in der alles in Vanitas endet. Das zweite Solo ist inspiriert durch den Free Jazz der sechziger Jahre und deren Pionieren gewidmet. Free Jazz ist eine spezielle Stilinterpretation, in der die formalen Parameter - Melodie, Rhythmus, Harmonie und Präzision - aufgelöst werden in neuen kompositorischen Beziehungen.
ENGRAVE Performance: Rob List
Video: David Haneke
Ton: Jaap Lindijer
Première am 8. Dezember 2006
Nestheaters/ Frascati Amsterdam